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Zählen Sie auch schon zu einer gefährdeten Spezies auf dem Arbeitsmarkt?

16.12.2014 von Alexandra Hefner

Zuletzt machte der Standard eine gute Story daraus und konstatierte: „Heute finden fast 86.000 Menschen der Generation 50 plus in Österreich keinen Job mehr – die Steigerungsraten in dieser Altersgruppe der Arbeitslosenstatistik sind monatlich zweistellig. Die Politik aber fordert eine Verlängerung der Arbeitszeit vom faktischen Pensionsalter, das derzeit bei etwas über 58 Jahren liegt, hin zu einem Erwerbsleben, das erst mit 65 oder gar 67 Jahren endet.“

Damit ist das Dilemma des Arbeitsmarktes bestens beschrieben.

Als Personalberaterin, die täglich in und mit diesem Markt arbeitet, gestatte ich mir zwei Appelle. Gerichtet an alle Betroffenen, die Arbeitnehmer/innen bzw. Arbeitsuchenden einerseits und die Unternehmen andererseits.

Arbeitnehmer/innen ...

... ab und jenseits der Mitte Vierzig müssen die veränderten Umstände unter denen sie noch 10, 15 oder 20 Jahre zu arbeiten haben akzeptieren und sich damit arrangieren. Das Klischee des erschöpften und teuren Blockierers, veränderungsresistent und nicht mehr belastbar, muss man ja nicht erfüllen. 

Menschen jenseits der 45 sollten, wenn sie schon nicht alles „mitmachen“, zumindest das Warum reflektieren und ihre Entscheidungen bewusst treffen. Sie sind gefordert, am Ball zu bleiben, sich weiterzubilden, Veränderungen mitzutragen - also ihre Employability, das heißt ihre Beschäftigungsfähigkeit, aufrecht zu erhalten und den Unternehmen all ihre Vorzüge zur Verfügung zu stellen. Und das sind durchaus mehr, als manch jüngere Arbeitnehmer/innen vorweisen können.

Unternehmen ...

... fordere ich gerne auf, diese Vorzüge zu erkennen und sie gewinnbringend für ihre Organisation einzusetzen und Modelle zu entwickeln, mit denen sich Expertenwissen im Unternehmen halten lässt. Denn was erfahrene Mitarbeiter/innen bieten – Routine, Weitblick, Gelassenheit, Spezialwissen, Entscheidungsfähigkeit, Erfahrung, Loyalität – sind Eigenschaften und Kenntnisse, die einen echten Mehrwert für Betriebe bedeuten können.

Es zahlt sich aus, mit beiden Augen auf die Belegschaft zu schauen. Dann kann man gerne ein Auge auf die Generation Y (die im Übrigen auch nicht leicht zu händeln ist) werfen und mit dem zweiten Auge bewusst die gesettelten Arrivierten ins Visier nehmen.

Als Personalberater führen wir auch in dieser Hinsicht Arbeitsuchende und Unternehmen gerne zusammen.

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