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Pimp the Dienstzeugnis?

14.01.2014 von Margit Mauhart

Dienstzeugnisse müssen positiv formuliert sein, damit bei der Arbeitsuche keine Probleme entstehen. Aber was sagen sie dann eigentlich noch aus?

Wofür wir Ihre Dienstzeugnisse brauchen?
Für eine Personalberaterin sind Dienstzeugnisse wichtige Werkzeuge im Arbeitsalltag. Sie geben einen Überblick über die Aufgaben unserer Kandidaten/innen in ihren letzten Positionen und lassen oft auf bisher unerwähnte Agenden schließen. Sie dienen freilich auch als Nachweis für vergangene Dienstverhältnisse. Und obwohl wir davon ausgehen, dass uns Kandidaten/innen die Wahrheit erzählen, sind wir trotzdem verpflichtet, das Gesagte durch Dokumente belegen zu können.

Erfüllen uneingeschränkt positive Dienstzeugnisse ihren Zweck?
Der eigentliche Sinn von Dienstzeugnissen ist ja die Bewertung der Leistung von ehemaligen Mitarbeiter/innen. Allerdings, so will es das Gesetz, müssen Dienstzeugnisse „uneingeschränkt positiv“ formuliert sein. Deshalb wird, wie Sie sicher wissen, gerne eine verschlüsselte Sprache verwendet: Geheimcodes kommen zum Einsatz, die die Leistung der Dienstnehmer/innen in jedem Fall positiv darstellen. Allerdings nur vordergründig. Der/die gewiefte Personalist/in liest einfach zwischen den Zeilen – und kennt sich auch aus.

Kann der negative Beigeschmack rausgelesen werden, haben die Kandidaten/innen durchaus  Erklärungsbedarf und sollten im Bewerbungsgespräch auf entsprechende Fragen vorbereitet sein.

Wir erleben aber auch Fälle, wo einzelne Referenzen negative Aspekte beinhalten, die nicht zu begründen sind. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Es kann vorkommen, dass man sich nicht im Guten getrennt hat. Idealerweise gibt es dann im Unternehmen jemand anderen, der eine gute Referenz ausstellt.
Was wir auch immer wieder erleben: Verfasser/innen von Beurteilungen verfügen gar nicht über die notwendigen Kenntnisse der verschlüsselten Dienstzeugnissprache. In diesem Fall besteht immer noch die Möglichkeit, ein neues Zeugnis zu beantragen.

Revival der persönlichen Referenz!
Ich denke, dass die Bedeutung der Dienstzeugnisse über kurz oder lang abnehmen wird, da sich mittlerweile auch Experten über die Bedeutung der einzelnen Phrasen uneinig sind. Aus diesem Grund empfehle ich unseren Kandidaten/innen, aktuelle Kontaktdaten ehemaliger Vorgesetzter vorzubereiten. Denn nichts zählt mehr als eine positive, persönliche Referenz!

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