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Die Leistungsbereitschaft einer neuen Generation…

04.08.2015 von Johannes Mühleder


Als wäre die Suche nach dem passenden Personal nicht Herausforderung genug, stößt man mit der veränderten Leistungsbereitschaft einer jungen Generation von Bewerbern auf einen zusätzlichen Konflikt – den es zu lösen gilt, falls dies überhaupt möglich ist.

Viele meiner Kunden wünschen sich, vor allem wenn es um Altersdiversität im Unternehmen, um die „Auffrischung“ ihrer alternden Belegschaft geht, jüngere, dynamischere und leistungsbereite Arbeitnehmer. Zum Problem des demographischen Wandels (Anzahl der jüngeren Arbeitnehmer sinkt) gesellt sich allerdings die Tatsache, dass die jüngeren Bewerber die erwartete Dynamik und Leistungsbereitschaft nur mehr selten mitbringen.

Wie bereits Studien und Meinungsumfragen zeigen, aber auch viele Personalisten im Bewerbungsgespräch erfahren, legt die junge Generation wieder mehr Wert auf traditionelle Werte, Freunde, Freizeit und Familie – Stichwort Work-Life-Balance. Karriere wird zwar gewünscht, und gutes Geld will man auch verdienen, aber dies am besten nur zwischen 8:00 und 16:00 Uhr.

Ich denke, dass es falsch ist, die junge Generation dafür verantwortlich zu machen. Es ist dies eine Folge des gesellschaftlichen Wandels der letzten Jahrzehnte. Die Berufseinsteiger von heute wachsen in einer wirtschaftlich stabilen und erfolgreichen Zeit auf. Sie kennen keine „schlechten“ Zeiten und nicht was es bedeutet, sich die Dinge hart erarbeiten zu müssen. Im Gegenteil, wir ermutigen Sie dazu, noch mehr aus sich zu machen, eine weiterführende Schule zu besuchen, ein Studium zu absolvieren, damit sie es einmal noch besser haben.

Es stellt sich die Frage, wohin es führen wird, wenn die nachrückende Generation nicht mehr die Leistungsbereitschaft zeigt, den Weg der vergangenen Jahre weiter zu gehen. Auch hier habe ich eine Meinung, die vielleicht nicht jeder Wirtschaftstreibende und Arbeitgeber hören will. Das stetige Wirtschaftswachstum der letzten Jahre ist meiner Meinung nach nicht mehr weiter zu führen. Wachstum ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn es Potential dafür gibt, wenn wir Bereiche, Länder oder Regionen haben, die wir aufbauen können. Wenn wir aber alles haben, wohin sollen wir wachsen?

Die Einstellung der jungen Generation ist vielleicht eine erste Antwort darauf, sich mit dem zufrieden zu geben, was man hat, und nicht immer nach mehr zu streben. So gesehen könnte man die Jungen auch als notwendiges Korrektiv sehen. Warnen muss man freilich davor, einen Rückschritt zu machen. Die Aufgabe der jungen Generation ist es, unseren Wohlstand aufrecht zu halten und weiter zu sichern. Diese Aufgabe sollten sie aktiv annehmen, auch wenn keine Steigerung möglich ist.

Wir als Personalisten stehen einmal mehr vor der Aufgabe, die Vorstellungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Recruitingprozess in Einklang zu bringen. Im Zuge der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen sicherlich eine spannende Aufgabe.

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