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HR Stammtisch mit Dr. Franz Schellhorn

14.10.2014 von Daniela Gruber

Ein gesellschaftlich heißes Eisen stand im Mittelpunkt unseres letzten HR-Stammtischs im vollen Refektorium des Procacci: Dr. Franz Schellhorn, Direktor der Agenda Austria, präsentierte uns den „Elchtest für Österreichs Pensionssystem“, die aktuelle Studie seiner Denkfabrik.

Österreichs Pensionssystem wird langfristig nicht ohne enormen finanziellen Aufwand des Staates tragbar sein. Ohne nachhaltige Reformen wird es daher nicht gehen. In anschaulichen Grafiken verdeutlichte uns Dr. Schellhorn einmal mehr, dass wir heute auf Grund der steigenden Lebenserwartung viel länger in Pension sind als beim derzeitigen Modell angenommen und so die Ausgaben unverhältnismäßig höher sind, als die Einnahmen. Um das Pensionssystem zu stabilisieren, müsste das Pensionsantrittsalter demnach stetig erhöht werden. Was dem, neben anderen Gründen, entgegen steht: In Österreich gilt das Senioritätsprinzip. Das heißt, dass die Gehälter mit steigendem Alter überdurchschnittlich ansteigen, wodurch den Unternehmen hohe Kosten entstehen, was wiederum zu einer hohen Arbeitslosigkeit in der Generation 50+ führt und deren Beitragsjahre verkürzt.

Dr. Schellhorn stellte - als Best-Practice-Beispiel und Vorbild für eine Pensionsreform in Österreich - das schwedische Pensionssystem vor, das sich automatisch an demographische Entwicklungen anpasst und das Pensionsalter mit der Lebenserwartung steigen lässt.

Bei der anschließenden Diskussion wurde spürbar, wie sehr die Pensionsthematik zurzeit polarisiert. Ein allgemeiner Tenor fand sich trotzdem: Es müsse ein Umdenken bei jedem Einzelnen stattfinden und ein nachhaltig funktionierendes Pensionssystem wieder stärker auf den drei Säulen Staat, Betriebe und private Vorsorge aufgebaut werden.

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