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Generation Y: Nicht mehr schneller, nicht mehr höher, nicht mehr weiter.

14.10.2015 von Sabina Fabian


Die Generation Y beschäftigt uns wie kaum eine Generation vor ihr. Kein HR-Trendreport, kein HR-Zukunftsszenario, kein HR-Blog (sic!) kommt ohne Anweisungen und Empfehlungen aus, wie man Menschen, die auf Statussymbole verzichten, die Work-Life-Balance wirklich leben, die Autoritäten nicht anerkennen und die von Macht nicht mehr beindruckt sind, in die Unternehmen integriert – und zwar so, dass generationsübergreifend nicht nur reibungsfrei, sondern idealerweise auch produktiv gearbeitet werden kann.

Dieser Generation geht es um eigene Kompetenz, um ein Auf-Augenhöhe-Zusammenarbeiten, durchaus auch um ein bewusstes Lernen von ihren Vorgesetzten. Sie will vor allem eines: Wertschätzung erfahren! Es ist eine selbstbewusste Generation, die für Erfahrungen voll genommen werden möchte, die sie einerseits noch gar nicht hat. Andererseits ist es eben genau dieser andere Blickwinkel, genau dieses andere Denken, das den Unternehmen, sofern sie lernen damit umzugehen, wichtige Energie und Inputs liefert.

Die Generation Y hat folgende Erfahrung gemacht: Die Eltern haben sich für ihre Jobs oft aufgeopfert, haben Familie und Freunde vernachlässigt und ihr ganzes Leben auf den Beruf ausgerichtet. Die jungen Durchstarter wollen das definitiv nicht. Für sie zählen andere Werte, als das Luxusauto vor der Tür. Das Wetteifern mit den Nachbarn ist nicht mehr Lebensziel und deshalb müssen sie auch keine Überstunden machen oder ihrem Arbeitgeber rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Diese Generation möchte einen Beruf ausüben, der sie erfüllt. Junge Menschen wollen heute den Job in ihr Leben integrieren und nicht mehr ihr Leben in den Job. Für sie soll Arbeit nicht das notwendige Übel, sondern der Lebenssinn sein. Das was sie tun, wollen sie aus Leidenschaft tun – denn es ist ihr „Life“.

Freilich ist das eine schwierige Situation für Unternehmen, die es in den letzten Jahrzehnten gewohnt waren, ihre Betriebsmaxime „schneller-höher-weiter“ in ihren Mitarbeitern verankert zu wissen. Aber wir werden uns umstellen und daran gewöhnen müssen, dass die Dinge auch mit anderen Augen gesehen werden können. Positiv formuliert hört sich das so an: Wir können uns inspirieren lassen, wir können unsere Denkmuster reflektieren, wir können mehr Gelassenheit zulassen und wir können der Oberflächlichkeit weniger Raum geben. Aber nur dann, wenn wir es schaffen, die Generation Y ins Unternehmen zu holen und uns wirklich auf sie einzulassen.

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