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Der neue Job: Erwartungs-Kopfkino für alle

12.11.2015 von Stefan Pavlik


Mit klaren Zielen und Vorstellungen in den neuen Job zu starten ist gut, aber man braucht gleichzeitig genügend Flexibilität, um adäquat reagieren zu können, wenn sich Dinge anders entwickeln, als erwartet – das gilt für beide Seiten. Dramatisch formuliert: Die ersten drei Monate sind voller Gefahren, aber geladen mit Möglichkeiten! Wie geht man es als Neue(r) also richtig an?

Seien Sie neugierig anstatt überzeugt davon, bereits alles zu wissen!

… und das völlig unabhängig von Ihrer Expertise. Es liegt in der Natur der Sache, mit dem Vorhaben in den neuen Job zu gehen, etwas tun zu wollen – vergessen Sie dabei aber keinesfalls zuzuhören und die Unternehmenskultur zu begreifen. Lassen Sie also Ihrer Neugier freien Lauf statt sich darauf zu konzentrieren, Ihr bereits vorhandenes Know-how vor sich herzutragen, um sich zu positionieren. Was Sie können, wird sich im Laufe der Zeit durch Ihre Taten transportieren. Eine „Verhaltens-Eselsbrücke“: Stellen Sie sich in der ersten Wochen vor, Sie seien investigative(r) JournalistIn.

Erzeugen Sie mit Reibung gute Energie statt Feuer!

Gerade wenn besonders starke (und vielleicht noch dazu sehr berufserfahrene) Persönlichkeiten aufeinandertreffen, treffen auch verschiedene Unternehmenskulturen aufeinander. Sie haben vielleicht unbewusst noch im Rucksack, wie Sie zuvor gearbeitet haben. Ihre Vorgesetzten erwarten, dass alles bleibt wie es immer schon war (und funktioniert hat). Es kommt hier unweigerlich und persönlichkeitsabhängig zu stärkeren oder weniger starken Konflikten. Die Kunst ist es, die Qualität des Jobs und vor allem das Gegenüber nicht an der Reibung zu messen, sondern an dem, was man daraus macht. Ein Konflikt ist – unabhängig davon, wie subtil er ist - mindestens eine genauso große Chance wie „Gefahr“!

Erzielen Sie schnell zumindest kleine Erfolge!

Je eher Sie zeigen, dass Ihre ganz persönliche Herangehensweise zu guten Ergebnissen führt, desto lieber wird man auf Sie eingehen. Wir sind alle IndividualistInnen, wir möchten unsere Individualität in unsere Arbeitsweise einbauen. Gute Vorgesetzte wissen, wie wichtig es ist, dieser Individualität Platz zu geben. Gute MitarbeiterInnen wissen allerdings umgekehrt auch, dass es sich hierbei um einen Vertrauensvorschuss der Vorgesetzten handelt. Verspielen Sie ihn nicht.

Schuster, bleib bei deinem Leisten!

Dieser mittlerweile negativ behaftete Spruch hat einen wahren Kern: Besinnen Sie sich darauf, Ihren vereinbarten Job zu machen. Verstehen Sie nicht die Bitte nach Ihrem frischen Input als Aufforderung, alles Mögliche im Unternehmen umzukrempeln. Das kann schnell kippen und gerade von reservierten KollegInnen als Urteil gewertet werden, dass alles vor Ihrem Auftauchen eigentlich nicht gut war.

Teamfähigkeit heißt nicht, gemeinsam ums Lagerfeuer zu tanzen!

Ähnlich wie heutzutage praktisch jedes Unternehmen ein „tolles Arbeitsklima“ bietet, ist auch plötzlich jeder Mitarbeiter „teamfähig“. Darum ist es wichtig, beim Begriff „Teamfähigkeit“ zwischen tatsächlicher gemeinsamer Arbeit und der grundsätzlichen Wertschätzung aller Funktionen und Positionen im Unternehmen zu unterscheiden. Kein Kapitän kann alleine ein großes Schiff steuern, kein Mitarbeiter, keine Mitarbeiterin kann ohne Management und KollegInnen das große Ganze bewegen. Brauchen und schätzen Sie die Arbeit Ihrer KollegInnen, damit es umgekehrt auch so sein kann!

Fazit: Mehr tun statt nur (er)warten! Dann lassen sich auch Ihre ganz persönlichen Ziele im Unternehmen leichter umsetzen.

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